Hausaufgabenhilfe – wann ist sie wirklich hilfreich?
Von Schüler*innen oft als lästig empfunden, aber dennoch müssen sie gemacht werden: Hausaufgaben.
Liebe Leser*innen,
in diesen turbulenten Zeiten ist es uns mehr denn je ein Anliegen, dazu beizutragen, Kinder und Jugendliche zu stärken und ihnen eine anregende und erfolgreiche Schulzeit zu ermöglichen. Wie das gelingen kann, dazu möchten wir Ihnen in dieser Ausgabe des IPN Journals einige Impulse geben.
Eingangs eine kleine Anekdote, die uns zum Schmunzeln brachte und zugleich zeigt, wie bedeutsam selbstbestimmtes Lernen in einem konstruktiven, wertschätzenden Umfeld ist: Eine Kollegin berichtete uns, dass die Deutschlehrerin ihres Sohnes (1. Klasse) ihren Schüler*innen mitunter die Entscheidung überlässt, ob sie Hausaufgaben machen möchten oder nicht. Ihr Sohn entscheidet sich häufig dagegen. Was unsere Kollegin zunächst befremdlich fand, scheint jedoch Früchte zu tragen: Trotz – oder gerade wegen – dieser selbstbestimmten Handhabung der Hausaufgaben gehört das Fach Deutsch neben Fußball und Schwimmen zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, und das Lesen- und Schreibenlernen gelingt ihm gut. Doch passt dieses Format für alle Kinder? Und welche Unterstützung ist etwa seitens der Eltern, Großeltern oder des pädagogischen Personals in der Nachmittagsbetreuung bei der Erledigung von Hausaufgaben sinnvoll und empfehlenswert? Diesen Fragen gehen wir in unserem Aufmacherartikel nach.
Ebenso widmen wir uns in dieser Ausgabe der gelungenen Gestaltung digitaler Lernangebote. So wurde in Schleswig-Holstein eine digitale Bildungsplattform für Hochschulen entwickelt, mit der sich Studierende zu den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz weiterbilden können. Wissenschaftler*innen des IPN haben im Vorfeld der Entwicklung untersucht, wie solche digitalen Lernangebote gestaltet sein müssen, damit sie von Studierenden tatsächlich genutzt werden. Am Beispiel der Mathematik und im Rahmen der PhysikOlympiade gehen wir außerdem der Frage nach, wie digitale Lernprogramme und Künstliche Intelligenz zum fachlichen Lernerfolg beitragen können.
Häufig steht die Motivation von Schüler*innen im Zentrum unserer Studien, so auch bei den bislang vorgestellten. Doch welche Rolle spielt das Selbstbild von Schüler*innen beim Lernen? In einer Metastudie des IPN konnten verschiedene Teilbereiche und Faktoren eines positiven Selbstbildes quantifiziert werden. Zugleich wurden blinde Flecken in der Literatur sichtbar, über die Sie in der Rubrik „Im Gespräch“ mehr erfahren.
Erneut beschäftigt uns außerdem das berufliche Wohlbefinden angehender Lehrkräfte. In Zeiten des Lehrkräftemangels stellt sich die Frage, wie Lehramtsstudierende sich wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen, und ob dies ihre Absicht beeinflusst, das Studium abzubrechen. Die Ergebnisse dieser IPN-Studie möchten wir Ihnen nicht vorenthalten und wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre!
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Ihr Redaktionsteam
David Drescher, Mareike Müller-Krey, Knut Neumann und Ute Ringelband