Pandemien: Ein Bildungsthema

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist allen klar: Lernen muss auch in Pandemien möglich bleiben und Schulen müssen in Krisenzeiten funktionieren. Zugleich muss die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt im Unterricht stärker zusammengedacht werden.




Im Leibniz Lab Pandemic Preparedness arbeitet das IPN daran, das Bildungssystem in Deutschland krisenfest zu machen. Zusammen mit Partnerinstituten entwickelt es Konzepte, um Lehrkräfte und Lernende für solche Ausnahmesituationen zu stärken und Unterricht zu sichern. Darüber hinaus steht die inhaltliche Weiterentwicklung von Schule und Unterricht rund um die Themen Infektionskrankheiten und Pandemien im Fokus.


Über das Leibniz Lab

Das Leibniz Lab Pandemic Preparedness ist ein Think-and-Do-Tank, dem das IPN seit seiner Gründung im Jahr 2024 angehört. Unter dem Leitmotiv „One Health, One Future“ arbeiten hier Wissenschaftler*innen von 41 Leibniz-Instituten zusammen an Konzepten für die Prävention, Vorbereitung und Bewältigung von Pandemien, die zusammen mit Akteur*innen aus der Politik sowie dem Bildungs- und Gesundheitswesen praxistauglich gemacht werden.

Die Arbeit im Lab gliedert sich in vier Forschungsbereiche:
• Das Zusammenspiel von Umwelt, Tier und Mensch
• Auswirkungen von Pandemien auf die Gesundheit
• Management von Pandemien
• Pandemieresiliente Bildungssysteme


Pandemieresiliente Bildungssysteme

Das IPN beteiligt sich insbesondere an dem Forschungsschwerpunkt „Pandemieresiliente Bildungssysteme", innerhalb dessen drei Arbeitspakete im Fokus stehen:


Nationale Strategie
zur Aufrechterhaltung des Betriebs
in Bildungseinrichtungen während Pandemien


Psychosoziale Unterstützungsangebote
für Lehrende und Lernende in Pandemiezeiten


Weiterentwicklung von Schul- und Unterrichtsentwicklungskonzepten
zu Infektionen und Pandemien

Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) entwickeln wir psychosoziale Unterstützungsangebote, die Lehrkräfte entlasten und die Resilienz von Schülerinnen und Schülern stärken. Mit dem Leibniz-Institut für Virologie (LIV) in Hamburg arbeiten wir an der Weiterentwicklung von Unterrichts- und Schulentwicklungskonzepten. Ziel ist es, Bildungsinhalte bereitzustellen, die eine fundierte und altersgerechte Auseinandersetzung mit Infektionskrankheiten und Pandemien ermöglichen und Lernende dazu befähigen, wissenschaftliche Informationen einzuordnen und reflektierte Entscheidungen zu treffen.

Beteiligte Wissenschaftler*innen am IPN

Wissen, das über die Krise hinaus trägt

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie junge Menschen lernen können, mit Unsicherheit umzugehen und Informationen kritisch zu bewerten, damit sie informierte Entscheidungen treffen können. Es geht daher nicht allein um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um den Aufbau von Kompetenzen, die über konkrete Krisensituationen hinaus relevant sind. Dazu gehören kritisches Denken, die evidenzbasierte Bewertung von Informationen und die Fähigkeit, mit Unsicherheit konstruktiv umzugehen.

Seit Frühjahr 2026 arbeitet das IPN im Lab mit Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen. Die Inhalte und Formate werden mit Schülerinnen und Schülern erprobt und auf Grundlage ihrer Erfahrungen, Fragen und Rückmeldungen weiterentwickelt. Wir bringen unsere Expertise in Bildungsforschung, Curriculumentwicklung und Lehrkräftebildung ein. Gemeinsam werden die Inhalte so weiterentwickelt, dass sie an bestehende Lehrpläne anschließen und langfristig in schulische und außerschulische Bildungsprozesse integriert werden können. Ein weiterer Fokus liegt dabei auf der Qualifizierung von Lehrkräften, die eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Verankerung der Themen in der Bildungspraxis einnehmen.

Zusammenarbeit mit der Ida Ehre Schule








Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist ein filmisch begleiteter Modellversuch an der Ida Ehre Schule. Über zwei Drehtage hinweg ist ein rund achtminütiger Film entstanden, der dokumentiert, wie Inhalte zu Pandemieprävention und Krisenresilienz gemeinsam mit den Schülern erarbeitet werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektiven der Schülerinnen und Schüler: Der Film zeigt, wie sie sich mit den Themen auseinandersetzen, welche Fragen sie entwickeln und welche Zugänge ihnen helfen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Dadurch wird sichtbar, wie aus abstrakten Konzepten greifbare Lernprozesse entstehen.








Weitere Aktivitäten und Veranstaltungen

Aktionstag Bevölkerungsschutz am 10. September 2026: Workshop an der Humboldt-Schule in Kiel

Wie unterscheiden wir in Krisensituationen verlässliche Informationen von Falschinformationen? Anlässlich des Aktionstags findet an der Humboldt-Schule in Kiel in Zusammenarbeit mit dem DRK, dem von den Maltesern unterstütztem Schulsanitätsdienst und dem IPN ganztägig Aktionen zum Thema „Umgang mit Desinformationen in Krisensituationen" statt. In Workshops lernen Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs, Informationen kritisch zu prüfen und auch unter Zeitdruck reflektiert darauf zu reagieren.







Klimawandel, aktuelle Gesundheitskrisen sowie politische und gesellschaftliche Konflikte machen deutlich, dass sich viele Störungen, Belastungen und Krisen nicht verhindern lassen. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie Menschen, Gesellschaften und weitere Systeme darauf reagieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie zentrale Funktionen erhalten, wiederhergestellt oder weiterentwickelt werden können – zum Beispiel Wohlbefinden bei Menschen, medizinische Versorgung im Gesundheitssystem oder feuchte Lebensräume für Feuersalamander in einem Waldökosystem.
Genau hier setzt Resilienz als Perspektive für den MINT-Unterricht an. Im Workshop wird Resilienz zunächst ausgehend von Alltagsvorstellungen und psychologischer Resilienz erschlossen und anschließend zu einer fachlich anschlussfähigen Perspektive für den Unterricht erweitert. Diese Resilienzperspektive ermöglicht es, bestehende Themen und Konzepte des MINT-Unterrichts mithilfe neuer Leitfragen zu betrachten, zueinander in Beziehung zu setzen und dadurch Systemdenken zu fördern.Diese Leitfragen werden in einer „Resilienzlupe“ gebündelt und im Workshop praktisch erprobt. Als Teilnehmende wenden Sie die Lupe exemplarisch auf die Gestaltung pandemieresilienterer Schulen an. Dabei wählen Sie ein konkretes System, klären zentrale Funktionen, identifizieren mögliche Störungen und entwickeln fachlich begründete Maßnahmen zur Resilienzstärkung. Abschließend wird gemeinsam diskutiert, welche Potenziale dieses Werkzeug bietet, wo seine Grenzen liegen und wie es sich auf weitere Themenfelder wie beispielsweise Klimaresilienz, Energieresilienz oder IT-Resilienz übertragen lässt.



9. Oktober 2026 in Berlin

Fachtagung „One Health Curricula – Pandemieresilienz durch naturwissenschaftliche Bildung“

Die Fachtagung bringt Akteur*innen aus Bildung, Wissenschaft und Politik zusammen, Gemeinsam erarbeiten sie Impulse und Handlungsempfehlungen, um die naturwissenschaftliche Bildung weiterzuentwickeln und so besser auf zukünftige Pandemien vorbereitet zu sein.



Fortbildungsreihe für Lehrkräfte | Online, 17-18 Uhr

Pandemieresilienter Mensch – Umgang mit manipulativen Impf-Aussage​n (1. Oktober)

Weitere Themen & Termine: Infektionen und antimikrobielle Resistenzen bei Nutztieren (15. Oktober) & Krisen- und pandemieresiliente Schule: Vom naturwissenschaftlichen Unterricht zum Whole-School-Approach (10. Dezember)



Vergangene Aktivitäten