Mathematikkompetenzen stärken: Länder setzen QuaMath bis 2033 fort

Mehr als 3.000 Schulen und rund 10.900 Lehrkräfte bereits beteiligt – Programm soll perspektivisch bis zu 10.000 Schulen erreichen


Die Länder setzen ihre gemeinsame Initiative „QuaMath – Unterrichts- und Fortbildungs-Qualität in Mathematik entwickeln“ bis Ende 2033 fort und weiten sie auf weitere Schulen aus. Die Amtschefinnen und Amtschefs der Bildungsministerkonferenz haben heute der zweiten Förderphase des auf zehn Jahre angelegten Programms zugestimmt.
Dafür stellen die Länder rund 26 Millionen Euro bereit. Ziel des Programms ist die Qualitätsverbesserung des Mathematikunterrichts.

Zuletzt haben PISA 2025 und zuvor der IQB-Bildungstrend Herausforderungen bei den mathematischen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern aufgezeigt. QuaMath setzt an einer zentralen Stellschraube für nachhaltige Verbesserungen an: der Qualität des Mathematikunterrichts. Die Kultusministerkonferenz hatte das Programm bereits 2021 auf den Weg gebracht, seit 2023 wird es in den Ländern umgesetzt. Mit der zweiten Förderphase erreicht QuaMath künftig Schulen in allen 16 Ländern. Erste Auswertungen zeigen positive Entwicklungen bei den Fortbildungen und der Qualifizierung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Die Übertragung in Unterricht und Lernerfolg wird im weiteren Verlauf des Programms untersucht.

Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus, erklärt:

„PISA und der IQB-Bildungstrend zeigen: Wir müssen bei den mathematischen Kompetenzen besser werden. Die Ländergemeinschaft setzt mit QuaMath bereits an einer entscheidenden Stelle an: der Qualität des Unterrichts. Mehr als 3.000 Schulen sind bereits dabei. Jetzt bauen wir das Programm konsequent weiter aus: Wir qualifizieren weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, entwickeln die Fortbildungsangebote weiter und stärken die Zusammenarbeit in den Schulen. So bringen wir wissenschaftlich fundierte Ansätze Schritt für Schritt dorthin, wo sie ankommen müssen: in die Klassenzimmer. Denn eine nachhaltige Trendumkehr gelingt nicht über Nacht. Dafür braucht es Entschlossenheit und langfristig wirksame Maßnahmen.“

Mehr als 3.000 Schulen bereits erreicht

Das Programm verfolgt das Ziel, mathematikbezogene Fortbildung und Unterrichtsentwicklung strukturell und dauerhaft in den Schulen zu verankern – nicht als einmalige Maßnahme, sondern als kontinuierlichen, forschungsbegleiteten Prozess. Dafür bringt QuaMath Wissenschaft, ländergemeinsame Bildungssteuerung und Schulpraxis systematisch zusammen und arbeitet an einer geteilten Vision von qualitätsvollem Unterricht. In den ersten drei von insgesamt acht vorgesehenen Schulkohorten werden inzwischen 3.082 Schulen und 10.923 Lehrkräfte erreicht. Damit wurden die ursprünglichen Planzahlen leicht übertroffen.

„Es ist uns nach drei Jahren im Projekt bereits richtig gut gelungen, dass sich über alle Ebenen hinweg eine gemeinsame Vorstellung von gutem Mathematikunterricht entwickelt hat – vom Deutschen Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik über die Bildungssteuerungen der Länder bis hin zu den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und Lehrkräften“,

sagt Prof. Dr. Susanne Prediger, Leiterin des QuaMath-Projekts und Professorin am IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik sowie an der Technischen Universität Dortmund.

„Die Daten zeigen, dass sich der Fokus der Fortbildungen zunehmend auf die Tiefenstrukturen von Unterrichtsqualität richtet. Für eine nachhaltige Veränderung des Unterrichts ist dabei insbesondere die kontinuierliche fachbezogene Kooperation von Lehrkräften von Bedeutung. In den kommenden QuaMath-Jahren soll diese Kooperation datengestützt weiterentwickelt werden“,

führt Susanne Prediger aus.
Darüber hinaus werden in der zweiten Förderphase weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren qualifiziert, Fortbildungs- und Online-Angebote weiterentwickelt und die Zusammenarbeit innerhalb der Schulen gestärkt. Die wissenschaftliche Begleitung untersucht die Wirkung schrittweise bis zur Lernendenebene. Perspektivisch sollen bis zu 10.000 Schulen , also etwa ein Drittel der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland, erreicht werden; damit wäre QuaMath das bislang größte Projekt seiner Art in Deutschland. Der Forschungs- und Evaluationsbericht zur zweiten Förderphase ist für Ende 2033 vorgesehen. Erste Ergebnisse zu Wirkungen auf Lernfortschritte von Kindern werden im Dezember 2027 erwartet – zunächst aus wenigen Schulklassen, in der zweiten Projektphase dann aus deutlich mehr.

Hintergrund

QuaMath – Unterrichts- und Fortbildungs-Qualität in Mathematik entwickeln – ist eine gemeinsame Initiative der Länder zur langfristigen Verbesserung des Mathematikunterrichts. Das Programm wird vom Deutschen Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik (DZLM) unter Leitung des IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik mit 14 weiteren DZLM-Hochschulen und gemeinsam mit den Ländern umgesetzt.

QuaMath umfasst die Primarstufe sowie die Sekundarstufen I und II und bezieht auch die frühe mathematische Bildung ein. Qualifizierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren begleiten Lehrkräfteteams in Schulnetzwerken. Im Mittelpunkt stehen ein verstehensorientierter, kognitiv aktivierender und an den Lernenden orientierter Mathematikunterricht sowie die dauerhafte Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität an den Schulen.

Weitere Informationen unter: www.quamath.de

Kontakt

Pressesprecher

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Sekretariat der Kultusministerkonferenz

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