Viele Jugendliche überschätzen die Fähigkeiten von KI: SWR berichtet über Studie mit IPN-Beteiligung
Wie viel wissen Künstliche Intelligenz und ChatGPT wirklich – und wie viel Vertrauen sollten Schüler*innen in ihre Antworten setzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine aktuelle Studie unter Leitung von Dr. Ann-Kathrin Jaggy vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen und Dr. Thorben Jansen vom IPN.
Für die Studie untersuchte das Forschungsteam die Vorstellungen von 870 mathematisch-naturwissenschaftlich talentierten Schüler*innen der Klassenstufen 6 bis 8. Ein Teil der Jugendlichen wurde in den Jahren 2023 und 2024 wiederholt befragt. Die Forschenden wollten dadurch unter anderem herausfinden, ob sich Vorstellungen über die Fähigkeiten und Grenzen generativer KI durch die praktische Nutzung im Laufe der Zeit verändern.
Die Ergebnisse zeigen: Die regelmäßige Nutzung von KI führt nicht automatisch zu einem kritischeren Blick auf ihre Fähigkeiten. Besonders leistungsstarke Jugendliche hinterfragen KI-Antworten zwar eher kritisch, daraus ergibt sich laut Forschungsteam zugleich jedoch die Frage, ob sich bestehende Bildungsunterschiede durch einen unkritischen Umgang mit KI weiter verstärken könnten.
Der SWR hat die Ergebnisse zum Anlass genommen, sich in einem Beitrag mit dem Vertrauen Jugendlicher in KI zu beschäftigen. Im Gespräch mit dem SWR betont Thorben Jansen, wie wichtig es ist, Schüler*innen zu einem kritischen Umgang mit KI zu befähigen. Auch wenn KI leistungsfähig sei, müssten ihre Antworten – ebenso wie die Informationen aus Lehrbüchern oder von Lehrkräften – kritisch geprüft werden.
Der Beitrag ist beim SWR zu hören und zu lesen:
„Viele Jugendliche halten KI für schlauer als ihre Lehrkräfte“ – SWR
Die Studie ist im Journal of Educational Psychology erschienen: https://psycnet.apa.org/fulltext/2027-94887-001.htmlv