Zusammenhang von Herkunftsmerkmalen, häuslichen und fernunterrichtlichen Lernbedingungen mit Mathematikleistung bei pandemiebedingten Schulunterbrechungen
Artikel in Fachzeitschrift › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Susanne Prediger, Anke Wischgoll |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erschienen in | Zeitschrift für Erziehungswissenschaft |
| Seiten | 29 |
| Herausgeber (Verlag) | VS Verlag fur Sozialwissenschaften |
| ISSN | 1434-663X, 1862-5215 |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1007/s11618-025-01364-6 |
| Publikationsstatus | Online vorveröffentlicht – 12.2025 |
Die pandemiebedingten Schulunterbrechungen (durch Schließungen und individuelle Fernzeiten) scheinen die sozialen und migrationsbedingten Disparitäten in den erzielten Mathematikleistungen von Lernenden in Deutschland verstärkt zu haben. Bisherige Forschung hat sich mit der Unterschiedlichkeit der häuslichen und fernunterrichtlichen Lernbedingungen befasst. Jedoch sind Herkunftsmerkmale, häusliche und fernunterrichtlichen Lernbedingungen bisher kaum mit Fachleistungen in Beziehung gesetzt worden. Die vorliegende querschnittlich angelegte Studie verfolgt das Ziel, Einblick in die Zusammenhänge zwischen Herkunftsmerkmalen, häuslichen und fernunterrichtlichen Lernbedingungen und Mathematikleistung zu gewinnen. Dazu wurden die Leistungsdaten von n = 2023 Kindern zu Beginn der fünften Klasse deskriptiv und mehrebenenanalytisch ausgewertet. Wie in anderen Studien zeigt sich, dass Kinder mit niedrigem sozioökonomischem Status oder der ersten Migrationsgeneration unterdurchschnittlich ungünstige häusliche Lernbedingungen aufweisen, aber im Durchschnitt etwas intensiver von Lehrkräften betreut wurden als ihre Klassen. Erstmalig ermittelt wurde für diese Altersgruppe, welche der Lernbedingungen prädiktiv für die Mathematikleistungen waren: Häuslichen Lernbedingungen wie Technik-Ausstattung sowie fernunterrichtlichen Lernbedingungen wie regelmäßige Abgaben erwiesen sich als signifikante Prädiktoren für die Mathematikleistung. Vermutungen zur sozialen und migrationsbedingten Benachteiligung während der Schulschließungen und individuellen Fernzeiten können mit diesen Befunden ausdifferenziert werden.