Mathematische Kompetenzen in der Grundschule: Struktur, Validierung und Zusammenspiel mit allgemeinen kognitiven Fähigkeiten

Artikel in FachzeitschriftForschungbegutachtet

Publikationsdaten


VonHenrik Winkelmann, Alexander Robitzsch, Petra Stanat, Olaf Köller
OriginalspracheDeutsch
Erschienen inDiagnostica, 58(1)
Seiten15-30
Herausgeber (Verlag)Hogrefe Verlag
ISSN0012-1924, 2190-622X
DOI/Linkhttps://doi.org/10.1026/0012-1924/a000061
PublikationsstatusVeröffentlicht – 2012

Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwieweit sich unterschiedliche inhaltsbezogene und prozessbezogene mathematische Kompetenzen analytisch trennen lassen. Stichproben von N = 10328 und N = 6638 Schülerinnen und Schülern aus 3. und 4. Grundschulklassen bearbeiteten umfangreiche Itempools, die sich fünf inhaltsbezogenen Kompetenzen (Zahlen und Operationen, Raum und Form, Muster und Struktur, Größen und Messen sowie Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit) und sechs prozessbezogenen Kompetenzen (Grundfertigkeiten, Problemlösen, Kommunizieren, Argumentieren, Modellieren sowie Darstellen) zuordnen lassen. Dimensionsanalysen belegen, dass ein Modell mit fünf inhaltsbezogenen Faktoren die Daten am besten abbildet. Die inhaltsbezogenen Skalen erweisen sich als hoch reliabel und Korrelationen mit anderen Instrumenten (z.B. DEMAT 3 und 4) belegen die hohe Validität. Analysen zum Zusammenhang mit Tests zur Erfassung kognitiver Grundfähigkeiten zeigen, dass mathematische Kompetenzen und kognitive Grundfähigkeiten jeweils distinkte Faktoren darstellen. Die Befunde werden im Hinblick auf die Frage diskutiert, welche Konstrukte mit Schulleistungstests erfasst werden.