Studentische Bewertung und Präferenz von Hochschulprüfungen mit Aufgaben im offenen und geschlossenen Antwortformat
Artikel in Fachzeitschrift › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Marlit Annalena Lindner, Sonja Mayntz, Johannes Schult |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erschienen in | Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 32(4) |
| Seiten | 239-248 |
| Herausgeber (Verlag) | Hogrefe Verlag |
| ISSN | 1010-0652, 1664-2910 |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000229 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht – 11.2018 |
Multiple-Choice-Aufgaben (MCA) werden gegenüber Freitextaufgaben (Constructed-Response-Aufgaben [CRA]) in Hochschulprüfungen zunehmend eingesetzt. Diese Studie betrachtet formatspezifische Einstellungen und Präferenzen von Studierenden, die relevant für selbstreguliertes Lernverhalten sein könnten (vgl. assessment drives learning). Dreihundertfünfzig Studierende bewerteten MCA und CRA auf verschiedenen Dimensionen separat, aber mit identischen Frageformulierungen. Wie angenommen finden sich signifikante (p ≤ .001) Bewertungsunterschiede: Die Erwartung eines (geringeren) Lernaufwandes (d = 1.22), die Erfolgserwartung von Testbearbeitungsstrategien (d = 0.70) sowie die wahrgenommene Bewertungsobjektivität (d = 1.47) und Fairness (d = 0.27) fielen höher für MCA gegenüber CRA aus. CRA schnitten dagegen hinsichtlich des wahrgenommenen Potenzials Leistung zu zeigen deutlich stärker ab (d = 2.53). Allgemein zeigten sich eher individuelle Präferenzen zugunsten eines der Formate, die teilweise durch die Formatbewertungen erklärbar waren. Implikationen für die Prüfungspraxis an Hochschulen werden diskutiert.