Mehrsprachigkeit als Ressource: Kompetenzen dual-immersiv unterrichteter Schülerinnen und Schüler in der Drittsprache Englisch

Artikel in FachzeitschriftForschungbegutachtet

Publikationsdaten


VonJohanna Fleckenstein, Jens Möller, Jürgen Baumert
OriginalspracheDeutsch
Erschienen inZeitschrift für Erziehungswissenschaft, 21(1)
Seiten97-120
Herausgeber (Verlag)Springer
ISSN1434-663X, 1862-5215
DOI/Linkhttps://doi.org/10.1007/s11618-017-0792-9
PublikationsstatusVeröffentlicht – 2018

Mehrsprachigkeit wird nach Cummins’ Interdependenz- und Schwellenhypothese sowie darauf aufbauenden kognitionspsychologischen und psycholinguistischen Prozesstheorien mit Vorteilen für das Erlernen weiterer Sprachen in Verbindung gebracht. An den Standorten der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB) werden Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen sprachlichen Hintergrunds nach dem Prinzip der dualen Immersion zu gleichen Teilen auf Deutsch und je einer Partnersprache unterrichtet. Der dual-immersive Unterricht an der SESB wirkt sich positiv auf den Lernerfolg in der Fremdsprache Englisch (L3) aus. Dies zeigen eine kriterielle Verortung der Englischleistungen von N = 541 Schülerinnen und Schülern der SESB am Ende der Sekundarstufe I im Kontext der Bildungsstandards sowie ein sozialer Vergleich mit konventionell unterrichteten Gleichaltrigen unter Berücksichtigung von Hintergrundmerkmalen. Die guten Leistungen in der Fremdsprache Englisch deuten auf zwischensprachlichen Transfer bei dual-immersiv unterrichteten Schülerinnen und Schülern hin. Dies unterstützen auch die Ergebnisse einer multiplen Regressionsanalyse, nach der sowohl erst- als auch zweitsprachige Fähigkeiten einen substanziellen Einfluss auf das Leseverstehen in der Drittsprache haben. Hinweise auf eine kritische Schwelle finden sich dabei nicht. Die Befunde werden im Zusammenhang mit den grundsätzlichen Potenzialen der Mehrsprachigkeit und der Förderung erstsprachiger Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund diskutiert.