Maltose-Schnelltest mit der Mikrowelle

Artikel in FachzeitschriftTransfer

Publikationsdaten


VonKlaus Ruppersberg
OriginalspracheDeutsch
Erschienen inNaturwissenschaften im Unterricht - Chemie, 31(179)
Seiten49-50
Herausgeber (Verlag)Friedrich Verlag
ISSN0946-2139, 0340-5479
PublikationsstatusVeröffentlicht – 09.2020

Üblicherweise dauert eine Wöhlk-Probe zum Maltose-Nachweis nach dem Särkeabbau durch Speichelamylase bis zu 30 Minuten. Dabei wird eine 10%ige Ammoniaklösung verwendet, die beim Erhitzen schnell und reichlich Ammoniak an die Umgebungsluft abgibt. Ammoniak ist ein leicht entzündbares Gas (H221), beim Einatmen giftig (H331, ätzend (EUH071) und kann zudem Haut und Augen (H314) schädigen. Seit 1942 bietet sich als Ersatz Fearon’s Test an, bei dem eine wässrige Lösung von Methylamin-Hydrochlorid durch Natriumhydroxid alkalisch eingestellt wird; dabei muss ein pH-Wert von ca. 12,7 erreicht werden. Methylamin-Hydrochlorid ist zwar für Schülerexperimente in der Sekundarstufe I zugelassen und zudem auch im Handel relativ preiswert erhältlich, im experimentellen Schulunterricht aber nicht üblich und somit in vielen Schulsammlungen nicht existent. Daher ist es umso erfreulicher, dass im Januar 2019 mit 1,6-Diaminohexan eine Alternative gefunden werden konnte, die vielerorts bereits vorhanden ist ( Nylon-Seil-Trick). Bei Verwendung einer 0,025 molaren Diaminohexanlösung, die mit 0,1 molarer Natronlauge auf pH 13 eingestellt wird, lässt sich in Bechergläsern in einer Haushalts-Mikrowelle in 60 Sekunden ein positiver Lactosenachweis erzielen. Der Artikel erklärt, wie z.B. mit 1,7 mL verflüssigtem Diaminohexan der Halbjahresbedarf einer Schule als Fertiglösung hergestellt werden kann und was man beachten muss, um das Experiment wahlweise im Wasserbad oder in einer Mikrowelle sicher und aussagekräftig zu handhaben.