„Jungs sind besser in Mathe“ – Geschlechterstereotype von Grundschullehrkräften und Erwartungseffekte für Mädchen und Jungen in Mathematik
Artikel in Fachzeitschrift › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Francesca Siems-Muntoni, Simone Dunekacke, Aiso Heinze, Jan Retelsdorf |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erschienen in | Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 28(5) |
| Seiten | 1123-1145 |
| Herausgeber (Verlag) | Springer |
| ISSN | 1434-663X, 1862-5215 |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1007/s11618-025-01330-2 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht – 10.2025 |
| Keywords | Geschlechterstereotype, Mathematik, Erwartungseffekt, Leistung, Grundschule |
Lehrkrafterwartungen können die Leistungsentwicklung von Schüler:innen bedeutsam mitbestimmen. Zudem gibt es Hinweise, dass Stereotype differenzielle Zusammenhänge für Jungen und Mädchen erklären können. Wir untersuchten an 796 Zweitklässler:innen und ihren 50 Lehrkräften Zusammenhänge zwischen dem Geschlecht der Kinder, mathematikbezogenen Lehrkrafterwartungen, Geschlechterstereotypen der Lehrkräfte und der Mathematikleistung der Kinder. Im Fokus stand, ob Geschlechterstereotype der Lehrkräfte mit ihren geschlechtsspezifischen Erwartungseffekten in Zusammenhang stehen. Mehrebenenanalysen ergaben erstens, dass Lehrkrafterwartungen unter Kontrolle der vorherigen mit der späteren Mathematikleistung der Kinder zusammenhingen. Zweitens zeigte sich ein indirekter Effekt des Geschlechts auf die Mathematikleistung über die Lehrkrafterwartungen. Drittens wurde eine Cross-Level-Interaktion gefunden: Stärkere Geschlechterstereotype standen in Zusammenhang mit höheren Erwartungen an die Mathematikleistung von Jungen. Die Studie trägt zum Verständnis geschlechtsspezifischer Lehrkrafterwartungen bei, indem sie explizit die Rolle der Geschlechterstereotype von Lehrkräften untersucht.