Fostering pre-service teachers' assessment skills in a video simulation: Differential effects of a utility value intervention and conceptual knowledge prompts
Diagnosekompetenzen von Lehramtsstudierenden in Videosimulationen fördern: Differentielle Effekte einer Utility Value Intervention und konzeptueller Wissensprompts
Artikel in Fachzeitschrift › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Michael Nickl, Daniel Sommerhoff, Ricardo Böheim, Stefan Ufer, Tina Seidel |
| Originalsprache | Englisch |
| Erschienen in | Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 38(1-2) |
| Seiten | 27-34 |
| Herausgeber (Verlag) | Hogrefe Verlag |
| ISSN | 1010-0652, 1664-2910 |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000362 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht – 01.2024 |
| Keywords | Diagnosekompetenzen, Prompts, Utility value intervention, Scaffolding, Simulationen |
Die angemessene Beurteilung wichtiger Lernvoraussetzungen gehört zu den grundlegenden professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen. Gerade für Lehramtsstudentinnen und -studenten ist dies jedoch herausfordernd, da sie häufig Probleme bei der Anwendung konzeptuellen Wissens haben und den persönlichen Wert der Studieninhalte für entsprechende Anwendungssituationen nicht ausreichend erkennen. Video-basierte Simulationen ermöglichen den Erwerb praxisorientierter Fähigkeiten zum Diagnostizieren bereits im Universitätskontext. Durch die Implementation von Scaffolding in den Simulationen kann der Lernerfolg weiter gefördert werden. In der vorliegenden Studie wird untersucht, ob eine Utility Value Intervention und konzeptuelle Wissensprompts das Diagnostizieren von Lernvoraussetzungen effektiv unterstützen und ob dies von der Erfolgserwartung beeinflusst wird. Zur Untersuchung absolvierten N = 108 Lehramtsstudentinnen und -studenten eine validierte video-basierte Simulation und wurden den beiden Interventionstypen (Utility Value Intervention, konzeptuelle Wissensprompts) im 2 × 2 Design zufällig zugewiesen. Die Ergebnisse legen einen positiven Einfluss der Wissensprompts auf die Diagnoseakkuratheit nahe. Ein positiver Einfluss der Utility Value Intervention zeigte sich nur deskriptiv und bedarf weiterer Untersuchungen. Die Kombination beider Interventionen war hingegen am wenigsten förderlich. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Teilnehmende mit geringer Erfolgserwartung stärker von konzeptuellen Prompts profitierten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass konzeptuelle Prompts sowie tendenziell auch Utility Value Interventionen im Kontext des Diagnostizierens in Simulationen als geeignete Scaffolding Maßnahmen eingesetzt werden können. Sie lassen aber auch vermuten, dass im Fall der Kombination beider Scaffolds mehr Zeit für Verarbeitung und Reflexion nötig sein könnte. Außerdem unterstreicht die differentielle Wirksamkeit der Scaffolds, dass eine adaptive Darbietung der Scaffolds, z.B. abhängig von der Erfolgserwartung, dabei helfen kann, Lernerfolge zusätzlich zu steigern.