Elterliche Geschlechterrollenvorstellungen, familiärer Hintergrund und Schulleistungen
Artikel in Fachzeitschrift › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Josefine Lühe, Michael Becker, Kai Maaz |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erschienen in | Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 32(3) |
| Seiten | 155-169 |
| Herausgeber (Verlag) | Hogrefe Verlag |
| ISSN | 1010-0652, 1664-2910 |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000223 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht – 11.2018 |
| Keywords | soziale Herkunft, Geschlechterunterschiede, Lesekompetenz, Mathematikkompetenz, Migrationshintergrund |
Geschlechterunterschiede in Schulleistungen stellen einen vielfach berichteten Befund dar. In Anlehnung an das Erwartungs-Wert-Modell (Eccles et al., 1983; Eccles, 2015) kann davon ausgegangen werden, dass die Geschlechterrollenvorstellungen der Eltern ihr Erziehungsverhalten beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wird der Zusammenhang zwischen den elterlichen Geschlechterrollenvorstellungen und den Mathematik- und Deutschleistungen ihres Grundschulkindes (N = 5240) untersucht. Darüber hinaus wird analysiert, in welchem Zusammenhang die elterlichen Geschlechterrollenvorstellungen mit familiären Hintergrundmerkmalen stehen. Die Ergebnisse aus Regressionsanalysen zeigen, dass ein höherer sozioökonomischer Status mit egalitäreren Einstellungen einhergeht, während ein Migrationshintergrund (türkisch, osteuropäisch, andere Herkunftsländer) mit traditionelleren Einstellungen assoziiert ist. Traditionelle Geschlechterrollenvorstellungen stehen für Jungen und Mädchen gleichermaßen in einem negativen Zusammenhang mit ihren Deutsch- und Mathematikleistungen. Dieser Effekt bleibt auch unter Kontrolle familiärer Hintergrundmerkmale statistisch signifikant.