Der Wert der Mathematik im Klassenzimmer: Die Bedeutung relevanzbezogener Unterrichtsmerkmale für die Wertüberzeugungen der Schülerinnen und Schüler

Artikel in FachzeitschriftForschungbegutachtet

Publikationsdaten


VonBrigitte Maria Schreier, Anna-Lena Dicke, Hanna Gaspard, Isabelle Häfner, Barbara Flunger, Oliver Lüdtke, Benjamin Nagengast, Ulrich Trautwein
OriginalspracheDeutsch
Erschienen inZeitschrift für Erziehungswissenschaft, 17(2)
Seiten225 - 255
Herausgeber (Verlag)Springer
ISSN1434-663X, 1862-5215
DOI/Linkhttps://doi.org/10.1007/s11618-014-0537-y
PublikationsstatusVeröffentlicht – 2014

Mangelnde Schülermotivation stellt im Mathematikunterricht der Sekundarstufe eine große Herausforderung dar. Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler beeinflussen laut Erwartungs-Wert-Modell (Eccles et al., Achievement and achievement motives: psychological and sociological approaches, New York, Freeman, S. 75–146, 1983) die Wertüberzeugungen. Mit Daten von 1868 Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern und ihren 72 Mathematiklehrkräften wurde der Zusammenhang zwischen relevanzbezogenen Unterrichtsmerkmalen und den Wertüberzeugungen der Schülerinnen und Schüler in Mathematik untersucht1. Lineare Regressionsanalysen auf zwei Ebenen zeigten, dass die aus Schülersicht berichtete Praxisorientierung im Mathematikunterricht vor allem auf individueller Ebene und die aus Schülersicht wahrgenommene Wertschätzung des Fachs im Klassenverband vor allem auf Klassenebene mit intrinsischem Wert, Wichtigkeits-, Nützlichkeits- und Kostenüberzeugung (Schülerbericht) assoziiert waren. Im Verlauf von sechs Monaten verstärkten sich diese Effekte nur auf Schülerebene. Die aus Lehrersicht erfasste Demonstration von Sachverbindungen sagte Wichtigkeits- und Kostenüberzeugung positiv vorher und die Themeneinführung mit Alltagsbeispielen führte zur Abnahme der Kostenüberzeugung der Schülerinnen und Schüler innerhalb von sechs Monaten.