Der Verlauf von lehrbezogenen Selbstwirksamkeitserwartungen angehender MINT-Lehrkräfte im Studium

Artikel in FachzeitschriftForschungbegutachtet

Publikationsdaten


VonRaphael Weß, Burkhard Priemer, Birgit Weusmann, Tobias Ludwig, Stefan Sorge, Irene Neumann
OriginalspracheDeutsch
Erschienen inZeitschrift für Pädagogische Psychologie, 34(3-4)
Seiten221-238
Herausgeber (Verlag)Hogrefe Verlag
ISSN1010-0652, 1664-2910
DOI/Linkhttps://doi.org/10.1024/1010-0652/a000272
PublikationsstatusVeröffentlicht – 09.2020

Selbstwirksamkeitserwartungen (SWE) gelten als zentrale Komponente der Motivation von Lehrkräften und sind ein wichtiger Aspekt in der Entwicklung einer professionellen Kompetenz. Bisherige Studien zeigen aufgrund verschiedener Zielgruppen, unterschiedlicher Domänen und variierender SWE-Konstrukte divergente Befunde bzgl. der Entwicklung von lehrbezogenen SWE im Verlauf des Studiums sowie bzgl. des Einflusses von Praxisphasen. Um zu differenzierten Aussagen zu kommen, wurden zwei Erhebungen durchgeführt, die 1. ausschließlich Studentinnen und Studenten eines Lehramts rekrutierten, 2. mit MINT-Fächern die Domänen eingrenzten und 3. auf lehrbezogene SWE hinsichtlich Planung, Durchführung und Reflexion von Lernsequenzen fokussierten. In einem Querschnitt mit N = 1165 Testpersonen von sechs Hochschulen konnten wir zeigen, dass sich die lehrbezogenen SWE als recht stabil im Verlauf des Studiums erweisen und dass Praxiselemente einen geringen Einfluss haben. Ein realer Längsschnitt mit einer Teilstichprobe von N = 47 Testpersonen zeigte jedoch positive signifikante Effekte der SWE bzgl. Planung, Durchführung und Reflexion von Lehr-Lern-Situationen in einer Prä-Post-Erhebung vor bzw. nach einem Seminar mit Praxisphasen. Dabei scheinen sich Praxiselemente – wenn sie von den Studentinnen und Studenten mit konkreten Situationen in Verbindung gebracht werden und durch ein konstruktives Feedback begleitet sind – positiv auf die SWE auszuwirken. Beziehen sich die SWE eher auf abstrakte und nicht unmittelbar mit einer Situation verbundene Erfahrungen, bleiben diese offenbar konstant.