Der Übergang von der Schule zur Universität: Theoretische Fundierung und praktische Umsetzung einer Unterstützungsmaßnahme am Beginn des Mathematikstudiums
Beitrag in Sammelwerk › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Elisabeth Reichersdorfer, Stefan Ufer, Anke Lindmeier, Kristina Reiss |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erschienen in | Isabel Bausch, Rolf Biehler, Regina Bruder, Pascal Fischer, Rainer Hochmuth, Wolfram Koepf, Stephan Schreiber, Thomas Wassong (Hrsg.), Mathematische Vor- und Brückenkurse: Konzepte, Probleme und Perspektiven. (Konzepte und Studien zur Hochschuldidaktik und Lehrerbildung Mathematik) |
| Seiten | 37-53 |
| Herausgeber (Verlag) | Springer Fachmedien Wiesbaden |
| ISBN | 978-3-658-03064-3, 978-3-658-03065-0 |
| ISSN | 2197-8751 |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1007/978-3-658-03065-0_4 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht – 2014 |
Hohe Studienabbruchzahlen zu Beginn des Mathematikstudiums (Heublein et al. 2005) und niedrige Erfolgsquoten in den Grundlagenvorlesungen der Mathematik fordern Handlungsbedarf seitens der Universitäten, das Lernen an der Schnittstelle Schule – Hochschule effektiver zu gestalten. Mögliche fachbedingte Ursachen für Schwierigkeiten in der Studieneingangsphase können unter anderem auf die Spezifika der wissenschaftlichen Disziplin Mathematik zurückgeführt werden. Charakteristisch für die Hochschulmathematik ist ein formal axiomatischer Aufbau sowie ein erhöhter Abstraktions- und Formalisierungsgrad (Freudenthal 1971; Vinner 1991). Außerdem ändert sich die Lernkultur an der Universität: In üblichen Mathematikvorlesungen wird die mathematische Theorie überwiegend als fertiges Produkt präsentiert. Der Prozesscharakter mathematischer Erkenntnisgewinnung (Freudenthal 1973; Dreyfus 1991) muss von den Studierenden selbst erkannt und ergänzt werden, sodass die Anforderungen an selbstreguliertes Lernen steigen. Basierend auf Unterschieden zwischen der schulischen und akademischen Mathematik und den daraus resultierenden Schwierigkeiten werden Zielbereiche für Unterstützungsmaßnahmen in der Studieneingangsphase formuliert. Brücken- oder Vorkurse können Schwerpunkte setzen, indem sie z. B. Studierende in die mathematische Arbeitsweise einführen, Lernstrategien, Methodenwissen und spezifische Fertigkeiten vermitteln oder organisatorische Aspekte des Studiums aufgreifen. Einige dieser Zielbereiche konnten bereits erfolgreich in Vorkursen umgesetzt werden. Für diese Unterstützungsmaßnahmen stehen jedoch meist begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Wie auf dieser Basis eine begründete Auswahl getroffen werden kann und dabei zentrale Zielbereiche orchestriert werden können, wird am Beispiel eines Brückenkurskonzepts aus München exemplarisch aufgezeigt. Erste Ergebnisse einer Evaluation mit Schwerpunkt auf der Wahrnehmung der Studierenden bezüglich der unterschiedlichen Zielbereiche werden berichtet. [Editor]