Beurteilung der Dimensionalität und strukturellen Stabilität der Reflexionsfähigkeit angehender Naturwissenschaftslehrkräfte
Artikel in Fachzeitschrift › Forschung › begutachtet
Publikationsdaten
| Von | Florian Furrer, Christoph Gut, Knut Neumann, Annabel Oehen, Josiane Tardent, Markus Wilhelm |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erschienen in | Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 31, Artikel 12 |
| Seiten | 17 |
| Herausgeber (Verlag) | Springer |
| ISSN | 0949-1147, 2197-988X |
| DOI/Link | https://doi.org/10.1007/s40573-025-00186-7 |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht – 11.2025 |
Diese Studie untersucht die Reflexionsfähigkeit – die Fähigkeit, Aspekte eines Unterrichts qualitativ gut reflektieren zu können – von Studierenden für das Lehramt. Die Studie verfolgt einen fachdidaktischen Fokus im Bereich der Naturwissenschaften, da hierzu bislang nur wenige Untersuchungen vorliegen. Die Studierenden führen zwei verschiedene Lektionen zu je 90min mit unterschiedlichen Experimenten aus Biologie und Chemie, jedoch mit dem identischen Lernziel des naturwissenschaftlichen Experimentierens als Erkenntnismethode, durch und reflektieren diese fachdidaktisch. Es wird ermittelt, ob die Struktur der Reflexionsfähigkeit konsistent erfasst werden kann und inwiefern diese Struktur über mehrere
Unterrichtssituationen stabil ist. Des Weiteren wird untersucht, welche Dimensionalität sich empirisch zeigt. Es werden N=61 Studierende im integrierten Fach Naturwissenschaften und Technik der Sekundarstufe I untersucht. Zur Messung wurde
ein standardisiertes Instrument zur Erfassung der Reflexionsbreite und Reflexionstiefe entwickelt. Es umfasst 17 Items, welche auf fachdidaktische Aspekte des Unterrichts fokussieren. Die Datengewinnung erfolgte durch semistrukturierte Leitfadeninterviews, welche mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse deuten auf eine eindimensionale Struktur der Reflexionsfähigkeit hin. Theoretisch fundierte mehrdimensionale Modelle lassen sich in den Daten nicht nachweisen. Diese eindimensionale Struktur ist in beiden Experimentiersituationen vergleichbar identifiziert worden. Die Befunde deuten auf eine strukturelle Stabilität der gemessenen Reflexionsfähigkeit über beide Reflexionsanlässe
hin. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund diskutiert, dass trotz der starken Kontrolle der Erhebung mit der Volatilität solcher Unterrichtssituationen eine große methodische Herausforderung der Messung der Reflexionsfähigkeit einhergeht. Es stellt sich dabei die Frage, wie viele Unterrichtssituationen für eine valide und reliable Einschätzung der fachdidaktischen Reflexionsfähigkeit notwendig wären.