Akademisches versus schulbezogenes Fachwissen – ein differenzierteres Modell des fachspezifischen Professionswissens von angehenden Mathematiklehrkräften der Sekundarstufe

Artikel in FachzeitschriftForschungbegutachtet

Publikationsdaten


VonAiso Heinze, Anika Dreher, Anke Lindmeier, Carolin Niemand
OriginalspracheDeutsch
Erschienen inZeitschrift für Erziehungswissenschaft, 19(2)
Seiten329-349
Herausgeber (Verlag)Springer
ISSN1434-663X, 1862-5215
DOI/Linkhttps://doi.org/10.1007/s11618-016-0674-6
PublikationsstatusVeröffentlicht – 07.2016

Die Lehrerprofessionsforschung hat unterschiedliche Modellierungen des professionellen Wissens von (angehenden) Lehrkräften vorgeschlagen. Große Unterschiede zeigen Studien beim Konstrukt Fachwissen, welches oft ausgehend vom Schulfachwissen konzeptualisiert wird und mehr oder weniger Bezüge zum akademischen Fachwissen aufweist. Letzteres deutet auf die bislang nicht geklärte Frage hin, welches Fachwissen Lehrkräfte benötigen. Diese Frage ist für die universitäre Lehrerbildung von besonderer Relevanz, da Studierende des Sekundarstufenlehramts in der Regel ein vertieftes akademisches Fachwissen erwerben sollen. In diesem Beitrag schlagen wir eine Modellierung des fachspezifischen Lehrerwissens vor, das neben dem fachdidaktischen Wissen (PCK) zwei Fachwissenskonstrukte umfasst: akademisches Fachwissen (CK) und Fachwissen im schulischen Kontext (SRCK). Ergebnisse aus zwei Studien für das Fach Mathematik bestätigen, dass die Komponenten empirisch trennbar sind und das dreidimensionale Modell dem Modell mit zwei Dimensionen (CK, PCK) überlegen ist. Zudem weist das neue Konstrukt SRCK einen potenziellen Mehrwert für die Untersuchung des Wissens von Lehramtsstudierenden auf.