Diversitätsbezogene Projekte am IPN

Am IPN haben (Transfer-)Projekte, die Diversitätsdimensionen aktiv berücksichtigen und umsetzen, einen hohen Stellenwert. Diversität verstehen wir nicht als formale Vorgabe, sondern als wissenschaftlichen Mehrwert: Indem wir Geschlecht und andere Diversitätsdimensionen systematisch in unsere Forschung einbeziehen, stärken wir die Qualität und Relevanz unserer Arbeit. Dass nationale und internationale Förderinstitutionen diesen Ansatz ebenfalls als Qualitätskriterium wissenschaftlicher Forschung anerkennen, bestätigt seine Bedeutung für die Wissenschaft.

Diversitätsbezogene Projekte sind für das IPN aus zwei Gründen unverzichtbar: Sie machen unterschiedliche Perspektiven bewusst (schaffen Sichtbarkeit!) und tragen dazu bei, dass Vielfalt langfristig in Forschungslinien und institutionelle Strukturen verankert wird. Sichtbarkeit ist also ein zentraler erster Schritt, um Gleichstellung und Inklusion nicht nur als abstrakte Ziele zu formulieren, sondern sie auch konkret umzusetzen.

Der Gleichstellungsplan des IPN setzt hier klare Ziele: Er fördert ein offenes, diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld und schafft Rahmenbedingungen, unter denen alle Mitarbeitenden ihre Potenziale entfalten können. Projekte mit Diversitätsbezug unterstützen dies, indem sie:

  • neue Impulse setzen,
  • Räume für Reflexion und Dialog eröffnen,
  • Gleichstellung als selbstverständlichen Bestandteil wissenschaftlicher Praxis etablieren.

Auf dieser Seite möchten wir Projekten Raum geben, die sich in besonderer Weise der Implementierung von Diversität widmen und konkrete, praxisorientierte Produkte und Ergebnisse bereitstellen – ganz getreu der IPN-Maxime Forschung für die Gesellschaft.

 

Projekte

Diversitätskompass

Titelblatt Diversitätsompass

Der Diversitätskompass ist ein praxisorientiertes Werkzeug zur Gestaltung, Bewertung und Überarbeitung von Lehrmaterialien mit dem Ziel, Diversitätssensibilität und Machtkritik im Bildungsbereich zu fördern. Das Projekt unterstützt Lehrkräfte, Pädagog*innen sowie bildungsbeauftragte Personen dabei, Unterrichtsmaterialien diskriminierungssensibel zu reflektieren und zu gestalten. Ziel ist ein bewusster, inklusiver und reflexiver Umgang mit Diversität im schulischen Alltag. Der Diversitätskompass ist kein abschließendes Bewertungstool, sondern ein Lern- und Entwicklungsangebot, welches Eigenverantwortung, kollektive Reflexion und die Bedeutung kontextsensibler Bildungspraxis betont. Weitere Informationen sind auf der Projektseite des Diversitätskompasses zu finden.

Kontakt: Dr. Adrian Grimm & Jasmin Çolakoğlu

MINT für alle – Gemeinsam Vielfalt fördern 

Science@Seas vernetzt Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Initiativen in Schleswig-Holstein, um Jugendliche für MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu begeistern. Das Projekt bietet Forschungs- und Kreativworkshops, den Wettbewerb YES!MINT und seit 2022 die landesweiten MINT Kultur*en Festivals, die Wissenschaft und Kreativität verbinden. Gemeinsam mit starken Partnern wie der Technischen Akademie Nord e.V., der ZBW, der Europa-Universität Flensburg und dem Forschungsforum Schleswig-Holstein zeigt Science@Seas, wie spannend und vielfältig MINT sein kann. Außerdem öffnet es Türen zu neuen Chancen und Ideen.

TalenteCamps der MINT-Akademie
TalenteCamps der MINT-Akademie
YES! MINT
YES! MINT
Festival MINTKultur*en
Festival MINTKultur*en

Im Rahmen des MINT-Cluster wurde am IPN die Broschüre “MINT für alle” entwickelt. Diese gibt engagierten MINT-Akteur*innen praktische Tipps und Anregungen, wie Kultur und Denkweisen weiterentwickelt werden können, um nicht erreichte Zielgruppen in MINT-Angebote einzubeziehen.

Kontakt: Jasmin Çolakoğlu

Kritisches Bewusstsein, MIN-Identität, und Diversität:
Als Open Educational Resources veröffentlichte Unterrichtseinheiten

Im Diversity-Seminar im vierten Semester des Physik-Lehramtsmaster entwickeln Studierende eigene Unterrichtseinheiten. Diese entstehen in Kleingruppen und werden als Open Educational Resources konzipiert – also als frei zugängliche Bildungsmaterialien, die geteilt, angepasst und weiterverwendet werden können. Im Seminar widmen die Studierenden sich Fragen wie: Kann Physikunterricht so gestaltet werden, dass alle Schüler*innen eingeladen werden? Wie kann ich eine diversitätssensible Praxis entwickeln, die zwei Aspekte vereint:

- die Erkenntnis, dass mein Verhalten maßgeblich beeinflusst, ob Schüler*innen Physik als „etwas für sich“ wahrnehmen,
- und die Realität, dass ich selbst keine*n Diversitäts-Expert*in bin?

Ziel des Seminars ist es, den alltäglichen Mikroaggressionen durch Diskriminierung bewusst Mikroaffekte entgegenzusetzen. So sollen insbesondere bislang unterrepräsentierte Schüler*innen für die Physik begeistert und die Kultur des Fachs langfristig vielfältig gestaltet werden.

Kontakt: Dr. Adrian Grimm

Weitere Materialien zum Download

Rollenvorbilder für Mädchen im MINT (2021) von Dr.in Anneke Steegh

Publikationen

IPN-Journal: „Bin ich MINT?“ Identitäten in Naturwissenschaften und Informatik. https://static.leibniz-ipn.de/journal12/#0