Diversitätsbezogene Projekte am IPN
Projekte, die Diversitätsdimensionen berücksichtigen und implementieren, haben am IPN einen hohen Stellenwert. Die Berücksichtigung von Geschlecht als inhaltliches Querschnittsthema ist für uns ein wissenschaftlicher Anspruch und keine rein formale Anforderung. Dass nationale Drittmittelgeber und internationale Förderinstitutionen dies ebenfalls als Qualitätsmerkmal wissenschaftlicher Forschung anerkennen, unterstreicht die fachliche Bedeutung dieses Ansatzes.
Diversitätsbezogene Projekte sind für das IPN essenziell, da sie unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und langfristig in Forschungslinien und institutionelle Strukturen verankern. Sichtbarkeit ist dabei ein zentraler erster Schritt, um Gleichstellung und Inklusion nicht nur als abstrakte Ziele zu formulieren, sondern sie auch konkret umzusetzen. Am IPN ist dieses Anliegen im Gleichstellungsplan fest verankert, der sich für ein offenes und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld einsetzt. Projekte mit Diversitätsbezug unterstützen diesen Weg, indem sie neue Impulse setzen, Räume für Reflexion öffnen und dazu beitragen, Gleichstellung als gelebten Bestandteil wissenschaftlicher Praxis zu stärken.
Auf dieser Seite möchten wir Projekten Raum geben, die sich in besonderer Weise der Implementierung von Diversität widmen und konkrete, praxisorientierte Produkte und Ergebnisse bereitstellen – ganz getreu der IPN-Maxime Forschung für die Gesellschaft.
Projekte
Diversitätskompass

Der Diversitätskompass ist ein praxisorientiertes Werkzeug zur Gestaltung, Bewertung und Überarbeitung von Lehrmaterialien mit dem Ziel, Diversitätssensibilität und Machtkritik im Bildungsbereich zu fördern. Das Projekt unterstützt Lehrkräfte, Pädagog*innen sowie bildungsbeauftragte Personen dabei, Unterrichtsmaterialien diskriminierungssensibel zu reflektieren und zu gestalten. Ziel ist ein bewusster, inklusiver und reflexiver Umgang mit Diversität im schulischen Alltag. Der Diversitätskompass ist dabei kein abschließendes Bewertungstool, sondern ein Lern- und Entwicklungsangebot, welches Eigenverantwortung, kollektive Reflexion und die Bedeutung kontextsensibler Bildungspraxis betont. Weitere Informationen sind auf der Projektseite des Diversitätskompasses zu finden.
Kontakt: Dr. Adrian Grimm & Jasmin Çolakoğlu
MINT für alle – Gemeinsam Vielfalt fördern
Science@Seas vernetzt Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Initiativen in Schleswig-Holstein, um Jugendliche für MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu begeistern. Das Projekt bietet Forschungs- und Kreativworkshops, den Wettbewerb YES!MINT und seit 2022 die landesweiten MINT Kultur*en Festivals, die Wissenschaft und Kreativität verbinden. Gemeinsam mit starken Partnern wie der Technischen Akademie Nord e.V., der ZBW, der Europa-Universität Flensburg und dem Forschungsforum Schleswig-Holstein zeigt Science@Seas, wie spannend und vielfältig MINT sein kann. Außerdem öffnet es Türen zu neuen Chancen und Ideen.



Im Rahmen des MINT-Cluster wurde am IPN die Broschüre “MINT für alle” entwickelt. Diese gibt engagierten MINT-Akteur*innen praktische Tipps und Anregungen, wie Kultur und Denkweisen weiterentwickelt werden können, um nicht erreichte Zielgruppen in MINT-Angebote einzubeziehen.
Kontakt: Jasmin Çolakoğlu
Kritisches Bewusstsein, MIN-Identität, und Diversität:
Als Open Educational Resources veröffentlichte Unterrichts-Einheiten
Im Diversity-Seminar im vierten Master-Semester des Physik-Lehramts-Studiums entwickeln Student*innen Unterrichts-Einheiten. Die Unterrichts-Einheiten werden in Kleingruppen und als Open Educational Resources entwickelt – also als Bildungs-Materialien, die frei geteilt, weitergenutzt, und verändert werden können. Im Seminar widmen die Student*innen sich Fragen wie: Wie kann Physik-Unterricht so gestaltet werden, dass alle Schüler*innen eingeladen werden? Wie kann ich eine Diversitäts-sensible Praxis entwickeln, die einerseits der Tatsache Rechnung trägt, dass mein Verhalten für die Schüler*innen hochrelevant ist bei der Frage „Ist Physik etwas für mich?“, und andererseits für mich umsetzbar ist, also der Tatsache Rechnung trägt, dass ich kein*e Expert*in für Diversität bin? Ziel ist es, den vielen Mikroaggressionen des Alltags durch Diskriminierung viele Mikroaffekte entgegenzusetzen, um so insbesondere bislang unter-repräsentierte Schüler*innen in die Welt der Physik einzuladen und die Kultur der Physik langfristig zu transformieren. Weitere Informationen sind unter https://www.leibniz-ipn.de/de/forschen/publikationen/ipn-cau-kritisches-bewusstsein-min-identitat-und-diversitat zu finden.
Produkt zum Download: https://mundo.schule/bookmark/fda1e2ae
Kontakt: Dr. Adrian Grimm
Weitere Materialien zum Download
Rollenvorbilder für Mädchen im MINT (2021) von Dr.in Anneke Steegh
Publikationen
IPN-Journal: „Bin ich MINT?“ Identitäten in Naturwissenschaften und Informatik. https://static.leibniz-ipn.de/journal12/#0