General vs. vocation-related mathematical competence—a longitudinal study with trainees as industrial clerks

Allgemeine vs. berufsfeldbezogene mathematische Kompetenz – Eine Längsschnittstudie mit Industriekaufleuten in der Ausbildung

Artikel in FachzeitschriftForschungbegutachtet

Publikationsdaten


VonRobert von Hering, Aiso Heinze, Anke Lindmeier
OriginalspracheEnglisch
Erschienen inZeitschrift für Erziehungswissenschaft
Herausgeber (Verlag)VS Verlag fur Sozialwissenschaften
ISSN1862-5215, 1434-663X
DOI/Linkhttps://doi.org/10.1007/s11618-026-01383-x (Open Access)
PublikationsstatusOnline vorveröffentlicht – 02.2026

Der Erwerb mathematischer Kompetenz gilt als zentrales Ziel des Mathematikunterrichts. Mathematische Kompetenz soll unter anderem auf die Berufsausbildung vorbereiten. Insbesondere ein kumulativer Erwerb mathematischer Kompetenz am Übergang von der allgemeinbildenden zur beruflichen Bildung kann Auszubildende beim Erwerb beruflicher Kompetenz unterstützen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass mathematisches Wissen, das von erfahrenen Mitarbeitenden am Arbeitsplatz verwendet wird, tief mit beruflichem Wissen verwoben ist und sich teilweise von allgemeinem mathematischem Wissen unterscheidet, wie es in Schulen gelehrt wird. Für die Berufsausbildung stellt sich daher die Frage, welche Rolle die in der Schule erworbene allgemeine mathematische Kompetenz für die Bewältigung mathematischer Probleme in beruflichen Situationen spielt. Wie hängt die allgemeine mathematische Kompetenz mit der berufsfeldbezogenen mathematischen Kompetenz zusammen? Wie entwickeln sich beide Kompetenzen während der Berufsausbildung (und je nach Eingangsniveau)? Anhand von Daten einer Längsschnittstudie von 634 angehenden Industriekaufleuten über den gesamten Verlauf ihrer dreijährigen Berufsausbildung untersuchen wir die Struktur und die Entwicklung mathematischer Kompetenz beim Übergang in die Berufsausbildung. Wir berichten empirische Evidenz dafür, dass allgemeine mathematische Kompetenz und berufsfeldbezogene mathematische Kompetenz zwei voneinander trennbare Kompetenzdimensionen darstellen. Während die allgemeine mathematische Kompetenz in der ersten Hälfte der Berufsausbildung leicht zunimmt, ist die Steigerung der berufsfeldbezogenen mathematischen Kompetenz erheblich. Deutlich stärker sind die Anstiege bei Auszubildenden, die zu Beginn der Berufsausbildung über eine geringe allgemeine mathematische Kompetenz verfügen. Die Diskussion der Ergebnisse konzentriert sich auf die Implikationen für die Forschung zum Übergang von der allgemeinbildenden Schule zur beruflichen Bildung. Abschließend präsentieren wir Vorschläge zur Verbesserung der mathematischen Allgemeinbildung, um Schülerinnen und Schüler besser auf eine Berufsausbildung vorzubereiten.